1965 ADAC Motorboot Rennen

Damals war es !

Geschichten aus dem Vereinsleben des DUC Berlin e.V.

(Ausgebuddelt von Heinz-Dieter Seiffert  –  im November 2005)

Aktion beim  ADAC Motorboot Rennen auf dem Tegeler See, am 20. Juni 1965.

Über den ADAC Gau Berlin e.V. erhielt der DUC Berlin die Einladung, während einer großen Renn-Regatta  „Dem großen Preis von Deutschland  –  Internationale ADAC Motorboot – Regatta 1965 und Europameisterschaft Klasse C – Stock“, auf dem Tegeler See, am 19. / 20. Juni 1965, mit einer eigenen Vorführung an der Veranstaltung teilzunehmen. Diese Vorführung sollte nach dem Programmverlauf zwischen den Rennen vor der Haupttribüne von einem Motorboot aus erfolgen.

Das gesamte sportliche Ereignis fand bei freien Eintritt statt und wurde mit weiteren Attraktionen zu einem großen Volksfest am Tegeler See ausgeweitet.

Für den DUC Berlin stellte sich jetzt die Aufgabe, vor einem breiten Publikum für unseren Tauchsport zu werben, denn im Programmheft der Veranstaltung war deutlich vermerkt, „dass am 20. Juni 1965 von 13:30 bis 14:00 Uhr auf der Regattastrecke Vorführungen der Froschmänner des Unterwasser-Clubs Berlin e.V. stattfinden“.

Was konnte man nun aber publikumswirksam vorführen und wer aus dem Club machte mit ?

Für den vorgegebenen Termin stellten sich dann aber sofort die Clubkameraden: Norbert Finger, Hans Joachim Kloss, Wolfram Kopsch, Manfred Künne, Jürgen Mertinke, Dieter Prediger, Knut Scheering, Heinz-Dieter Seiffert und Oskar Trefzger zur Verfügung und gemeinsam wurde folgender Ablauf durchgesprochen:

„Von einem fahrendem Motorboot aus lassen sich 6 Taucher mit Pressluft-Geräten sowie 2 Schnorcheltaucher effektvoll, aber in sicheren  Abständen rückwärts ins Wasser fallen.

Die Gerätetaucher tauchen sofort ab. Sie sollen aus kleinen Pressluft-Flaschen mitgeführte Ballone unter Wasser mit Luft befüllen, diese zuknoten und zur Oberfläche aufsteigen lassen.

Die Taucher steigen dann nach ca. 5 min wieder auf und richten sich mit den Schnorchlern in einer geraden Linie aus.

Jetzt kommt der Fänger, Oskar Trefzger (Ossi), zum Einsatz. Er muss während einer zügigen Fahrt von einem Schlauchboot aus, das seitlich an einem Motorboot befestigt ist, mit Hilfe einer Fangschlaufe, d.h. „Froschmann like“,  die Taucher aus dem Wasser in das Schlauchboot einholen“.

Die Tauchergruppe kurz vor dem Einsatz

Am Veranstaltungstag klappte dann soweit auch alles recht zufriedenstellend. Das Abrollen aus dem Boot und der Abstieg auf den dunklen, schlammigen Untergrund in knapp 4m Tiefe verlief ohne Probleme. Das Aufblasen der Ballons war dagegen eine Tortour.

Sobald nämlich etwas Luft in die Ballons einströmte, zogen sich diese gewaltig in die Länge und konnten nur noch mühsam festgehalten und verknotet werden. Den Tauchern gelang es daher nur wenige Ballons zu befüllen, denn der vorgegebene Zeitplan zum Auftauchen musste auch exakt eingehalten werden.

Die Schnorcheltaucher schwenkten an der Oberfläche zwischenzeitlich die Taucherflagge, sammelten die vereinzelnd aufgestiegenen Luftballons ein und bildeten schließlich eine Orientierungslinie für die Gerätetaucher.

Als dann sämtliche Taucher in einer Linie und in gleichmäßigen Abständen wieder an der Wasseroberfläche versammelt waren, brauste das Motorboot mit seitlichem Schlauchboot, inclusive Ossi mit der Fangschlaufe, auf die Schwimmer zu und nachdem man die Schlaufe mit angewinkeltem Arm eingehakt hatte, wurde man auch schon durch den Schwung automatisch aus dem Wasser gezogen und zum Motorboot weitergeschoben, da bereits der nächste Schwimmer seinen Arm zur Aufnahme in das Schlauchboot hochgestreckt hielt.

„Ossi“  nimmt die Taucher ins Boot

Dieser gesamte Vorgang musste dann „ruck – zuck“ in kurzer Zeitfolge ablaufen und es klappte trotz der Gerätschaften auf dem Rücken so perfekt, als hätten wir das Aufnehmen aus dem Wasser bereits tagelang vorher geübt.

Ob nun aber unsere Darbietung die zahlreichen Zuschauer auf der Haupttribüne von den Sitzen gerissen hat, das konnten wir leider nicht beobachten und müssen es, ehrlich gesagt, auch anzweifeln !

Die  Froschmänner  des DUC Berlin nach ihrem Einsatz im Tegeler See

Wir Taucher, die an dieser Aktion teilgenommen hatten, waren abschließend mächtig stolz auf unsere gelungene Vorführung.  Vom ADAC Gau Berlin  kam dann auch noch eine Danksagung an den Club für unseren aktiven Einsatz im Tegeler See, beim „Großen Preis von Deutschland 1965“.

Von Lasko,  „ Am Rande bemerkt“  im  froschmann Heft  Nr. 34 /  Juli 1965